Echtheitsbestimmung- und Prüfung

Der Kauf antiker Objekte ist heute reine Vertrauenssache. Gerade in einer Zeit da viele Anbieter ihre Artefakte über das Internet oder auch über Internetaukionshäuser wie z.B. Ebay anbieten hat sich ein regelgerechter Boom auf antike Gegenstände entwickelt. Leider haben auch viele unseriöse Anbieter hierdurch eine Plattform gefunden, um schnell an das "große" Geld zu kommen und verunsichern gerade die Jungsammler, die noch nicht über die Erfahrung verfügen ein echtes antikes Stück von einer Fälschung zu unterscheiden. Es wird mit Zertifikaten geworben die das Alter bestätigen sollen, leider sind diese ebensowenig Wert wie die Artefakte selbst. In dieser Rubrik wollen wir Sie dem Thema etwas näher bringen und Ihnen einige typische Fälschungsvarianten vorstellen.

 

kostenlose Prüfungen (NUR ÄGYPTIAKA!)

wir bieten Ihnen grundsätzlich eine kostenlose Augenscheinprüfung an, jedoch bitte nur von ägyptischen Ausgrabungsgegenständen bis Christi Geburt nicht von Figuren aus dem 16.-19. Jhd., Gemälden, Plaketten oder ähnliches. Bitte senden Sie möglichst gute Fotos oder einen Link an unsere Emailadresse pruefung@aton-gallery.de   (maximale Größe des Anhangs - 5 MB).


Was läßt sich einwandfrei als ECHT bestimmen?

- Fayencen, Keramik
- Bronze (Legierung aus Kupfer und Zinn), Silber
- Stoffe und Papyrus
- Holz, wenn es bemalt, stuckiert oder mit anderen organischen Stoffen bedeckt ist


Was läßt sich NICHT oder nur SCHWER bestimmen?

- Reliefs, wenn keine organischen Rückstände vorhanden sind (z.B. Farbe)
- Gefässe aus Stein
- Holz ohne Bemalung
- Figuren aus Gestein z.B. Granit, Sandstein usw.
- Gold oder Schmucksteine


Um es gleich vorwegzunehmen, die allermeisten Fälschungen sind ziemlich plump und man kann sie sogar auf Fotos erkennen. Das geübte Auge ersetzt beim Fachmann so manche chemische Analyse. So kann man z.B. bei einer künstlichen Alterung von Fayencen einen groben Aufbruch der Glasur erkennen, während sie bei der natürlichen sehr fein ist. Diese Prozesse laufen sehr langsam ab und lassen sich im Augenblick auch nicht künstlich reproduzieren. Oft werden auch alte Holzfragmente zu Figuren umgearbeitet und neu bemalt um diese dann als echte Artefakte zu verkaufen. Eine Radiocarbon Analyse würde dann zwar das jahrtausende alte Holz richtig datieren, es bliebe jedoch eine Fälschung. Oder man schmilzt Fragmente von Bronzeschrott ein um eine neue Figur zu gießen die bei einer Materialanalyse eine antike Zusamensetzung vortäuscht. Aber gute und seriöse Händler kennen diese Methoden und erkennen Fälschungen sofort. Vorsicht ist auch bei Händlern geboten, die Objekte weit unter den üblichen Marktpreisen anbieten. So gibt es z.B. auf Ebay.com Händler die tausende von positiven Bewertungen haben und unglaublich schöne und große ägyptische Objekte für 20-30 $ verkaufen. Außerdem handeln sie immer wieder mit den gleichen oder ähnlichen Stücken. Schon so manches "Schnäppchen" hat sich so als teuer Fehlkauf herausgestellt.

Hier einige Beispiele typischer Fälschungen, wie sie zu hunderten bei Ebay.com verkauft werden.

Dieser Uschebti wurde bei Ebay.com 2001 ersteigert. Er wurde uns von einem Sammler aus Deutschland zur Begutachtung vorgelegt. Er zeigt einige typische Merkmale einer Fälschung. Das Stück wurde mit einer Materialanalyse verkauft, wobei sich das ausführende Institut im nachhinein als Eigentum des Verkäufers herausstellte. Eine Rücknahme wurde vom Händler verweigert, obwohl ein Gegengutachen in Form einer TL-Analyse vom Sammler erbracht wurde.


Objekt:      Uschebti
Verkäufer: Ebayhändler, Santa Fe / USA
Material:    Fayence
Höhe:        16,8 cm
Kaufpreis:  650 US$


Uschebti

 

Zu dem Uschebti Bild:

aufgelegte Glaspaste ohne Glasurschädigungen oder nur den geringsten Anzeichen einer Irisierung und altersbedingter Schädigung der Glasuroberfläche. Die gesamte braune Oberfläche mit gelben Glaseinschlüssen ist absolut homogen im Material, sehr hart (im Gegensatz zu antiken Fayencen die sich unter einem Mikroskop mit einer Sonde oder spitzen Skalpell sehr leich ritzen lassen) und ebenfalls ohne jegliche Glasurschädigungen.

Scheininschriften mit dem Namen (ohne Kartusche) von Sethos I., obwohl es sich stilistisch um ein Stück aus der Spätzeit handelt (wenn es echt wäre!).

Generell handelt es sich bei diesen Fälschungen auch fast immer um eine viel zu leichte Fayence und ihr "Klang", sobald man mit einem harten Gegenstand daran stößt, ist ultra hoch, fast wie bei einem neu gebrannten Keramikgefäßen.


METHODEN DER ECHTHEITSBESTIMMUNG


1. Authentizität von antiken Bronze- und Silberobjekten

Bei antiken Materialien stellen Bronzen und Silber heute absolut keine Schwierigkeit in Hinsicht auf deren Echtheitserkennung dar! Die bislang gängigsten und auch gleichzeitig unbrauchbarsten Methoden waren:

1.1. die Metallanalyse
bei der die Zusammensetzung der Legierung analysiert wurde und die über eine Echtheit einer Bronze nicht die geringste Aussagekraft besitzt! Gute Fälscher entnehmen aus der Literatur die genauen Prozentzahlen der entsprechenden Bronze oder verwenden Fragmente die wieder neu eingeschmolzen werden.

1.2. die Patinaanalyse
Hierbei wird die Kristallstruktur der Patina untersucht. Jedoch ist es mittels Klimakammern möglich sehr feine sowie grobe Kristalle zu züchten. Somit ist auch diese Analyse gänzlich unbrauchbar.

1.3. die Blei-210 Analyse
Hierbei wird das radioaktive Isotop des Bleis210 was in Kupfererz enthalten ist und eine Halbwertzeit von 22,3 Jahren hat gemessen. Leider ist das Blei210 nur in Spuren im Erz enthalten, so das nur eine relativ kurze Entstehungszeit nachgewiesen werden kann, aber gefälscht wurde bekanntlich schon im 18. Jhd.

Kommen wir nun zu unserer Methode, die von Herrn Wegener entwickelt bzw. gefunden wurde, und bei antiken Kupferlegierungen sowie antikem Silber anzuwenden ist!

Bekanntlich wird die Patina bei falschen Stücken künstlich erzeugt und auf der Bronzeoberfläche mit Hilfe von Reagenzien die Chloride und Amine enthalten „aufgezüchtet“. Bei echten Stücken, die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende, im Boden lagen findet allerdings ein regelrechter Umwandlungsprozess in Erz statt, der nicht nur die Oberfläche betrifft, sondern die obersten Metallschichten durchdringt oder in manchen Fällen gar bereits die gesamte Bronze durchmineralisiert hat. In solch einem Falle lassen sich beispielsweise die in der Bronze eingeschlossenen Cupritnester nachweisen, in dem man mit einem Ultraschallmeißel eine sehr kleine Fläche bis auf das blanke Metall freilegt, und unter dem Mikroskop nach diesen Cupriteinschlüssen sucht. Bei neuen Güssen kann man diese Patinaeinschlüsse nicht mit eingießen, denn diese werden bei der Schmelze abgeschieden und es entsteht immer eine saubere homogene Bronze. Da dieser Effekt auch in Zukunft nicht zu fälschen ist, kann man davon ausgehen das es das bislang absolut sicherste Verfahren zur Echtheitsprüfung von Bronzen darstellt! Das gleiche gilt auch bei Silber, nur das es sich hierbei um Einschlüsse des Hornsilbers handelt.


Makroaufnahme einer echten ägyptischen Bronze mit einer bis auf das Metall freigelegten Oberfäche (dunkel verfäbte Bronze und mit eingeschlossenen Cupritsaltzen in der Metalloberfläche). Dieses Bild zeigt den nicht zu fälschenden Effekt der Durchmineralisierung der oberen Metallschichten!


Macro

Der Preis dieser Prüfung inkl. Dokumentation und Makroaufnahmen, sowie Retusche der freigelegten Stelle beträgt 180,00 Euro inkl. Mwst.


2. Authentizität von Fayencen und Keramik

2.1. die Thermolumineszenz Analyse (TL)
bei der TL-Analyse kann das Alter einer Fayence oder Keramik plus minus 20 Prozent anhand Messungen der radioaktiven Strahlung zum Brennzeitpunkt festgelegt werden. Hierbei werden relativ große Proben dem Objekt entnommen und mit Hilfe der jeweiligen Halbwertzeit ein Alter zugeordnet. Nachteil: Leider sind die Proben oft durch Fremdablagerungen verunreinigt, so das mehrere Proben entnommen werden sollten. Außerdem ziemlich teuer, bei kleineren Objekten von geringem Wert nicht zu Empfehlen.

Deutsches Labor für TL-Analysen:
Labor Ralf Kotalla, Kätzling 2, D-72401 Haigerloch ­ Weildorf Tel.: 0049­7474/9536­0, Fax: 0049­7474/9536­10 - Internet: www.kotalla.de

2.2. der Wassertest (Tonware)
weitaus zuverlässiger als der bekannte Geruchstest bei Keramik ist der Wassertest. Hierbei wird die Keramik - vorrausgesetzt sie ist unglasiert! - mit Wasser getränkt und man beobachtet wie schnell die Keramik Wasser aufnimmt und über welchen Zeitraum diese wieder abgegeben wird. Bei antiker poröser Keramik die eine höhere Kapillarwirkung besitzt wird die Feuchtigkeit über einen sehr langen Zeitraum von einem bis zu mehreren Tagen langsam wieder abgegeben im Gegensatz zu neu gebrannter Keramik die nach spätestens einigen Stunden wieder trocken ist. Hinzu zu diesem Test kommt noch die ausgeprägte und zum Teil penetrante Geruchbildung durch die Durchfeuchtung der gesamten Keramik. Der moderige Duft von trockener Keramik hingegen lässt sich sehr leicht fälschen! Die Zuverlässigste Methode ist und bleibt aber der TL-Test da diese beschriebene Methode einige Erfahrung und Vergleiche an definitiv Echten Scherben erfordert!

2.3. die Versinterung
Ein weiterer Echtheitsnachweis kann die Versinterung darstellen, die sich sehr oft auf Keramiken befindet. Natürlich wird auch diese gefälscht, allerdings sind die Kristalle des Sinters (Kalkspat) bei Fälschungen sehr fein und gleichmäßig gewachsen im Gegensatz zu echtem Sinter der eine wirre Struktur mit unterschiedlich großen Kristallen aufweist.

2.4. die Mikroskopie
So kann man z.B. bei einer künstlichen Alterung von Fayencen einen groben Aufbruch der Glasur erkennen, während sie bei der natürlichen sehr fein ist. Diese Prozesse laufen sehr langsam ab und lassen sich im Augenblick auch nicht künstlich reproduzieren. Desweiteren kann man Anzeichen einer Irisierung und altersbedingter Schädigung der Glasuroberfläche finden. Antike Fayencen lassen sich unter einem Mikroskop mit einer Sonde oder spitzen Skalpell sehr leich ritzen, da die Glasur "weich" ist.


3. Authentizität von organischen Stoffen wie Holz, Stoff oder Kartonagen

3.1. die Spektroskopie IR
Sie erkennt mit einigen Milligramm Holzpulver schnell, einfach und preiswert das Alter von Objekten aus Holz.

Labor für Spektroskopie: Museo d'Arte e Scienza
Ein modern ausgerüstetes wissenschaftliches Labor zur Echtheits- oder Fälschungserkennung. Die Spezialität des Labors ist diese neue Methode.

Via Q. Sella, 4 - 20121 Mailand (Piazza Castello)
Tel 0039-02-72022488 Fax 0039-02-72023156
Internet: http://www.spectroscopyforart.com/ /