Papyrus - the Book of Dead of Inaros
Papyrus - the Book of Dead of Inaros Papyrus - the Book of Dead of Inaros

Papyrus - Totenbuch des Inaros

Objekt-Nr.: 1969

Datierung: Ägypten, Ptolemäerzeit c. 334-30 v. Chr.


Material: Papyrus


Größe: Rahmen: 19 cm x 14 cm


Zustand: Fragmente


Herkunft: Alte französische Sammlung, Avignon, 1950er Jahre


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Die vorliegenden Papyrusfragmente waren Teil eines altägyptischen Totenbuches. Große Teile davon wurden bei Sotheby's in New York versteigert.

Es lässt sich in einen Textteil mit in Kolumnen angeordneten Hieroglyphen und Bildteil bestehend aus Vignetten unterteilen. Der Textteil macht etwa drei Viertel der Papyrushöhe aus. Die sorgfältige Linienführung in der Ausgestaltung der Hieroglyphen und die monochrome Gestaltung der Vignetten spricht eindeutig für eine Datierung des Papyrus in die Ptolemäerzeit. Die Identifikation des Papyrus als Totenbuch kann allein schon durch die Vignetten als gesichert gelten. Bei genauerer Betrachtung ist leicht erkennbar, dass es sich um die Vignetten der Totenbuchsprüche 145–148 handelt. Einzelne Schlagwörter in den noch erhaltenen Textfragmenten wie Jrj-aa „Wächter“ zeigen, dass die Texte die dazugehörigen Totenbuchsprüche beinhalteten.

Außerdem wird der Verstorbene mehrfach im Text als Wsjr Irt-Hr-r-w „Osiris, Inaros“ angesprochen. Der Personenname Inaros, ägyptisch Irt-Hr-r-w „Das Auge des Horus ist gegen sie (die Feinde) gerichtet“ (Ranke PN 42.11) war in der ägyptischen Spätzeit ein weit verbreiteter Name. Es gab sogar einen beliebten Sagenkreis, in dem der Protagonist diesen Namen trug.

Im Sotheby´s Papyrus ist am augenfälligsten die Vignette, die sich links der Mitte befindet, zumal sie nicht im oberen Viertel des Papyrus angebracht ist, sondern das eigentliche Textfeld einnimmt. Tatsächlich handelt es sich dabei um die relativ raumgreifende Vignette zu Tb 148. Zu erkennen sind noch drei weiße liegende Kühe und ein schwarzer stehender Stier. Tatsächlich besteht die Vignette aus sieben weiblichen Kühen und einem Stier, die auch im Totenbuch-Spruch erwähnt werden. Dahinter folgen drei (eigentlich vier) mumienförmige Figuren mit unterschiedlichen Köpfen (hier: Mensch, Pavian, Falke): die vier Horus-Söhne. Vor der menschenköpfigen Figur ist noch der untere Teil eines Ruders zu erkennen. Tatsächlich gehörten vier Ruder ebenfalls zur Vignette von Tb 148. Der dazugehörige Spruchsollte zum einen die Versorgung des Toten mit Brot und Bier sicherstellen, zum anderen dem Toten magischen Schutz gewähren.

Über der eben beschriebenen Vignette befindet sich eine weitere Vignette, die sich Tb 146 zuordnen lässt. Sie besteht aus einer Reihe von Türen die von Uräusschlangen gekrönt sind. In den Türen befinden sich mit Messern bewehrte Gottheiten, die unterschiedliche Köpfe haben. Der eines Pavians, einer Uräus-Schlange, eines Krokodils sind noch erkennbar. Der Spruch besteht aus den Namen der Tore und Wächter, die der Verstorbene zu passieren hatte. Tatsächlich wird in den dazugehörigen Textfragmenten (unmittelbar hinter dem menschenköpfigen Horussohn aus der Vignette zu Tb 148) das Wort Jrj-aa „Wächter“ erwähnt.

Anhand der Gestaltung der Vignetten und dem Inhalt der Totenbuchsprüche ist leicht ersichtlich, dass Tb 145–148 einen zusammengehörigen Komplex von Sprüchen bildeten, in deren Zentrum die Namen der Tore und Wächter stehen, die der Verstorbene in der Unterwelt zu passieren hatte. Die genaue Kenntnis der Wächternamen und aufzusagenden Sprüche war nach Ansicht der Alten Ägypter entscheidend, um die Unterwelt unbeschadet durchqueren zu können. Dementsprechend sind die besagten Sprüche zumeist zusammen auf Totenbuchpapyri zu finden. Für Tb 146 und 148 sind allein über 100 Textzeugen bekannt, die in die Ptolemäerzeit datieren.

Für weitere Informationen zum altägyptischen Totenbuch siehe: Erik Hornung, Das Totenbuch der Alten Ägypter, 2004.

Die Lieferung erfolgt inklusive Kopie der offiziellen französischen Ausfuhrgenehmigung.